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Interessante Frage.. Worüber schreibe ich? Über meine dunkelsten Geheimnisse. Die, die jeder irgendwie hat.

 Um sie zu verarbeiten.. und trotzdem mein Gesicht nicht zu verlieren.

Ihr seid eingeladen, mir zu helfen.. Aber vorsicht, meine Texte sind manchmal sehr depressiv.

Ihr seid gewarnt.

Alter: 110
 



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Quit livin' on dreams..

Gehen wir mal auf die erste Frage in meinem Intro zurück.

Was wäre, wenn wir uns die Familie aussuchen könnten?

Oder besser noch, was ist die perfekte Familie?

Ich denke meine Familie ist es. Wir haben ein hübsches Haus, dass ich wohl erben werde, genügend Geld das ich alles bekommen habe, was ich jemals wollte, meine Eltern sind glücklich verheiratet.. Meine Geschwister behandeln mich mit dem nötigen Respekt und lieben mich.

Generell trägt mich meine Familie auf Händen. Sie stehen immer zu mir, egal was ich auch mache.

.....

Wäre das nicht eine perfekte Vorzeigefamilie?

Nun, ich denke das wäre sie, aber so ist meine Familie auf keinen Fall.

Ich habe 2 ältere Brüder und meine Eltern sind geschieden. Wir wohnen in einer asozialen Mietwohnung in einer der schlechtesten Gegenden in dieser Stadt. Ich war von klein auf daran gewöhnt das ich mir alles selbst besorgen musste.

kleines Beispiel? Mein ältester Bruder heiratet in 2 Wochen. Und meine Mutter weigert sich, mir 13 Euro zur Verfügung zu stellen. 13 Euro. Mit der Begründung, ich würde selber genug verdienen.

Meinem Bruder allerdings, der doppelt so viel verdient wie ich, bezahlt sie alles. Wirklich alles. Da ist kein Witz. Dann kriegt er mal eben für über 100 € Klamotten. Oh, vielleicht nicht viel in euren Augen, aber für mich ist es eine ganze Menge.

Na gut, auch da gewöhnt man sich dran. Allerdings nicht an die regelmäßigen Beschimpfungen meiner Mutter dass ich eine Schande für die Familie wäre. Und sowieso ungewollt bin.

Tjaja, so ist das im Leben. Man kann sich die Familie nicht aussuchen.

Aber man stumpft ab mit der Zeit. Die Beleidigungen, kalten Blicke prallen an einem ab, ohne das man es merkt. Und prompt bekommt man das natürlich wieder vorgehalten. Man wäre ja viel zu kühl.

Aber wie soll ich bitte irgendeine Gefühlsregung zeigen können, wenn man mir etwas einprägt, seitdem ich denken kann?

Ich sehe es nicht mal mehr als Beleidigungen. Nicht mehr. Es ist eine Tatsache.  Ich kann nichts dagegen tun. Für die Liebe meiner Eltern zu kämpfen kann ich nicht.. Es ist doch unnatürlich.

Eltern lieben ihre Kinder, obwohl sie geistig & körperlich behindert sind.

Eltern lieben ihre Kinder, selbst wenn sie Mörder sind.

Eltern lieben ihre Kinder IMMER.

Nur meine mich nicht.  Wie sie wollen. Ich werde mich nicht aber nicht ändern. Egal was kommt; nicht wegen Menschen, die sowieso nur biologisch mit mir verwandt sind.  Nicht mehr und nicht weniger.

Mir ist es einfach nur egal.

Allerdings mache ich mir Gedanken.

Kann es tatsächlich sein, dass meine eigene Familie neidisch auf mich ist? Darauf, dass ich meine Leben lebe? Spaß habe? Nicht nur arbeite, schlafe, und Kinder kriege? So wie sie es eigentlich von mir erwarten?

Können sie es mir nicht verzeihen, dass ich eine Zukunft habe?

Wie tief kann der Neid eines Menschen gehen?

Das der Neid alt ist wie die Welt, dürfte wohl bekannt sein. Doch, kann man eigentlich irgendwas dagegen tun?

Solche Gedanken gehen mir durch den Kopf, wenn ich sie so beobachte; mehr wie eine außenstehende; für mich bin ich nicht mehr Teil der Familie; es gibt SIE und MICH.

Aber soll mir nur Recht sein.

Das ist auch der heimliche Grund, warum ich keine Kinder bzw. Familie haben werde. Ich habe die furchtbare, tief in den Knochen sitzende Angst, dass ich die Fehler wiederhole; gewollt oder ungewollt.

Habe Angst, dass ich irgendwann aufwache, alt, steif, in den Spiegel gucke und die Augen meiner Mutter anstatt meiner sehe; kalt wie Eis.

Oh ja, Familie ist was schönes.

30.11.06 22:45


Das Schicksal hat mich angelacht..

So. Vielleicht sollte ich, bevor ich Anfange, euch (oder dir, liebes Tagebuch -haha-) das Herz auszuschütten, meine Lebensgeschichte erzählen; damit zumindest der Schein eines Pseudo-Kennens aufgebaut wird.  Damit wir uns einreden können, das hier eine Art Intimität herrschen würde.

Nun gut, wollen wir nicht unnötig Zeit verlieren.

Mein Name ist Syren; geboren wurde ich am 06.06. eines bestimmten Jahres, dass noch nicht verraten werden soll. Irgendwann wird mein Alter ans Licht kommen; aber bis dahin soll es mir egal sein. Macht euch alle eigenständig ein Bild von meinem Alter, wer weiß, vielleicht liegt ihr sogar richtig. Mein Geburtsort war ein kleines Kaff weit im Osten.

Vom Aussehen her bin ich recht klein, hab schwarze Haare, blaue Augen. Weder schmal noch dick. Eine Brille besitze ich nicht.

Ich wohne in einem Ort, nicht weit von einer Grenze im Westen.

Oh, ein kleiner Tipp: Ganz in der Nähe ist ein Gebäude bzw. Gelände, was gerne hier in der Gegend als anschlaggefährdet angesehen wird.

Meine Hobbies?

Schreiben, Reiten, Musik, hören, was man halt so macht.

Noch ein Grund mehr anonym zu bleiben. Ich bin ein ganz normaler Mensch; nicht komischer oder düsterer als Herbert vom Laden an der Ecke.

Also, mehr verrate ich nicht.

Macht euch ein eigenes Bild von mir. Je mehr ihr euch von mir selber ausdenken könnt, desto sympathischer werde ich euch.

Also gebt euch der Illusion hin, ihr würdet mich ansatzweise kennen. Ich tue es auch.

30.11.06 22:17


Intro

Was wäre, wenn wir uns unsere Familie aussuchen könnten?

Was wäre, wenn wir uns unsere Liebe aussuchen könnten?

Was wäre, wenn wir uns gar unser Leben aussuchen könnten?

Wenn wir die Wahl hätten, zwischen einem rundum perfekten Leben ohne Überraschungen,  und einem Leben wo man sich alles selbst erkämpfen muss, wo einem ständig Steine in einen Weg gelegt werden, den man alleine, ohne Hilfe und blind bestreiten muss?

Perfektion oder Spannung?

Und schließlich die Fragen aller Fragen:

Gibt es tatsächlich einen Menschen auf der Welt, der bedingungslos glücklich ist?

Ohne jeden auch noch so gut versteckten Schatten des Zweifels auf der Seele?

Einen Menschen, dessen Seele nicht düstere Verlangen beherbergt,  Geheimnisse, so dunkel dass man sogar selber alles dafür tut, um sie so tief wie möglich in der eigenen Psyche zu vergraben dass sie nach Möglichkeit nie wieder zu Tage kommen?

Ich glaube nicht.

Der Mensch als solcher ist dazu verdammt, immer das zu wollen, was er gerade nicht hat. Sollte er es durch irgendeinen Zufall doch kriegen, wird es sich nicht lange damit zufrieden geben. Es liegt einfach nicht in seiner Natur. Mag sein, dass gerade das uns zum herausragendsten Geschöpf in der Geschichte der Erde gemacht hat. Doch ist nicht gerade das der Grund, warum wir unsere Wege alleine gehen? Sosehr wir auch meinen, ein Mensch begleite uns? Wer weiß, vielleicht reden wir es uns ja auch ein, wie immer darauf beharrt die Augen vor der bitteren Wahrheit zu verschließen.

Oh, und solche Geheimnisse haben die Angewohnheit, immer dann zu Tage zu kommen, wenn man es am wenigsten erwartet. Immer dann, wenn man meint das alles perfekt läuft. Wenn man meint, diese Geheimnisse habe man überwunden.

Es ist so, als wäre man in einem dunklen Haus. Man weiß, dass in der Dunkelheit irgendetwas unbekanntes  lauert, was nur darauf wartet, einen am Genick zu packen und.. Ihr wisst schon was. Ihr lauft durchs ganze Haus, in der Hoffnung, dem Ding zu entkommen.. Ihr seht plötzlich Licht unter einer Tür hindurchschimmern. Ihr seid unendlich Froh, endlich wieder Licht in dieser unglaublichen Dunkelheit!  So schnell wie möglich stosst ihr die Tür auf, sperrt euch ein. Genießt das plötzliche Licht, was von einer kleine Lampe an der Wand gespendet wird. Ihr sonnt euch darin. Langsam aber sicher werdet ihr wieder unbeschwert. Heiter. Und genau dies lässt euch unvorsichtig werden. Ihr nehmt an, das Ding im Haus seie verschwunden. Ganz klar, ihr seid ja schon lange da drin. Und überhaupt, was soll euch das Wesen überhaupt antun? Vielleicht nehmt ihr sogar vorsichtshalber das Licht mit. Dann kann euch ja schließlich nichts mehr passieren.. Wesen der Nacht scheuen das Licht.. Oder?

Ihr reißt die Tür auf. Tretet heraus. Warten eine Minute. Zwei. Drei. Langsam werdet ihr euphorisch, kommt euch vor wie Könige. Ihr habt das Monster besiegt. Bis ihr schließlich hinter euch ein Knarren hört. Leise. Ganz leise.

Dreht euch um.. Und das wars dann mit euch. Was hat euch das Licht gebracht? Nichts. Oder? Eine letzte Erkenntnis brachte es euch.

Das Monster das ihr so gefürchtet habt, hatte euer Gesicht. Nein, schlimmer noch, es seid ihr.

Ihr und niemand anderes.

Ja, und so ist es mit den Geheimnissen. Nicht den scheiß, den man in der Kirche beichtet. Nicht was zu wann mit wem gemacht hast. Nicht deine Lügen. Nicht deine Sünden. Noch nicht mal deine Taten.

Nein. Sondern nichts anderes als die geheimsten Sehnsüchte, Wünsche und Gefühle. Das, woran ihr euch aller höchsten euren tiefsten Träumen erinnert. Das, was aber trotzdem ständig präsent ist. All jenes, was wir so zu unterdrücken versuchen, in unserer ach so offenen Gesellschaft.

Oh, nicht dass ich nicht dafür wäre, dass einige Geheimnisse besser im Dunklen bleiben sollte.

Schließlich wäre es ja wirklich erschreckend, wenn man sieht, dass das Monster sein eigenes Gesicht hat.

Nein, darum geht es mir nicht. Sollen die Geheimnisse bleiben wo sie sind.

Noch.

Denn, ans Licht kommen sie immer.

Und wenn sie dein ganzen Leben hinter der Tür lauern, die du so gut gesichert hast.

Sie können dir schmeicheln, dir alles einreden was sie wollen, sodass du sie freiwillig rauslässt.

Oder aber sie brechen die Tür auf, während du nicht hinguckst.

Ganz egal, raus kommen sie so oder so.

In diesem Online-Tagebuch werde ich die Chance nutzen, anonym über meine Sehnsüchte, Gefühle und Erfahrungen sprechen, um so gegen mein persönliches Monster zu kämpfen. Oh, ich werde nicht gewinnen. Aber ich verschiebe den Zeitpunkt meiner Niederlage nach hinten.

Nehmt es mir nicht übel, einige Angaben werden wohl der Anonymitätshalber gelogen sein. Andere wiederum war.

Es liegt an euch, zu entscheiden, was ihr glaubt und was nicht.

Doch vorsicht, der Schein kann auch trügen.

30.11.06 21:47



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